Schwärmerisch, schwelgerisch

Artikel in der PNP vom Juli 2017

Mendelssohns „Lobgesang“in Raitenhaslach – Pracht-Ausklang des Klostermarkts

Burghausen. „Gebn S‘ eam a Bier, der hat vui zumSinga ghabt!“ Mit „eam“meinte ein scherzender Gast den Chor, der nach seinem schwärmerischen „Lobgesang“ in der Klosterkirche St. Georg und Pankratius die Labung verheißenden
Tische des Raitenhaslacher Klostergasthofgartens ansteuerte. Die angesprochene Bedienung erwiderte: „Vui is net wichtig, schee muasss sei!“ Womit sie nur Recht hatte:Nicht aufQuantität, nur auf Qualität kommt’s in der Kunst an.

Qualität haben die Damen (in der Überzahl) und Herren (in der Minderzahl) des Euregio Oratorienchors Altötting zusammen mit dem Euregiochor Mattigtal wieder einmal bewiesen, bei ihrem mit vereinten Kräften vokal satt gestalteten Kirchenkonzert, das ein selten in voller Länge aufgeführtes Werk des 31-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy bot: die so genannte Symphonie-Kantate op. 52. Als am 25. Juni 1840 in Leipzig erlebte – nach der Darbietung vonWebers „Jubelouvertüre“ und Händels „Dettinger Te Deum“ – der „Lobgesang“ unter seines
Komponisten Stabführung in der Thomaskirche seine Uraufführung.

Die Klosterkirche bot die ideale Kulisse für das Konzert der Euregiochöre und ihrer Solisten. − Foto: Heuwieser

So festlichwie damals ging’s am Sonntag in Raitenhaslach zwar nicht zu, aber von Feierlichkeit und gehobener Stimmung war doch einiges zu spüren. Zu einer regelrecht patriotisch gefärbten Danksagung, wie dies aus Mendelssohns Leipzig vermeldet wurde, ließ es Dirigent André Gold nicht kommen. Auch wenn ihm daran gelegen seinmochte, seinen Beitrag zum Luther-Gedenkjahr zu liefern – mit einem dicken Strauß Sakralmusik zur Freude über Martin Luther, den Übersetzer und Johannes Gutenberg, den technischen Ermöglicher der Bibel. So ganz zum Bewusstsein mag dieser Initial-Anlass desKonzertes dem aktuellen Publikum nicht gekommen sein. Sei’s drum – es
ließ sich inspirieren von den aus voller Kehle gesungen Psalmen, die mit Volkskirchengesang verwoben sind: „Nun danket alle Gott“, einLied, das auch in die katholische Glaubensanschauung passt.

„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!“, den Retter aus Not und Trübsal. Von der Vertreibung der Dunkelheit (Gutenbergs erleuchtende Tat) war ebenso viel die Rede wie vom „Ergreifen der Waffen des Lichts“, wozu einst der ReformerMartin Luther aufrief. Auf eine gut verständliche, manchmal geradezu beschwörende Gestaltung der Texte, getoppt von einem klanglich austarierten Solistenterzett (Sopran I:Eva Schinwald, Sopran II: Sonja Bühling, Tenor:MichaelBirgmeier) legte AndréGold großen Wert.

Seine intensive Art des Dirigierens inspirierte Ausführende nicht weniger als Zuhörende, die sich mit einem herzlichen Beifall am Ende bedankten. Distanziert vom sinfonischen, gut 20 Minuten währenden Entrée dieses oft mit Beethovens Neunter verglichenen seltsamen Werks, bildet der ans Oratorienhafte heranreichende Vokal-Teil beinahe ein eigenständiges Opus. Die gedankliche, vor allem theologisch haltbare Verklammerungmit der einleitenden, dreisätzigen ,,Sinfonia“ macht heute wie schon zur Premieren-Zeit vor fast 200 Jahren Probleme. Balsamische Hörner und schwelgerische Holzbläser gaben, die einen dem Prunkvollen, die anderen dem Elegischen schöne Effekte. Das Romantisch-Melodiöse, das geradezu Tänzerisch-Ländlerische der „Sinfonia“ holte das bemerkenswert locker agierende Orchester farbenreich in den überschwänglich dekorierten Kirchenraum – ein künsterlisch hochstehender Ausklang des Klostermarkts in Raitenhaslach.

Hans Gärtner

Einladung zu Felix Mendelssohn-Bartholdy´s „Lobgesang“

Sinfonie-Kantate op. 52

„Lobgesang“

von Felix Mendelssohn-Bartoldy

– euregio oratorienchor –

Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihr Kommen.


Sonntag, 25. Juni 2017 – 18:00 Uhr
(Einlass 17:15 Uhr)
Klosterkirche St. Georg und Pankratius,
Raitenhaslach bei Burghausen

Solisten:
Eva Schinwald (Sopran I)
Sonja Bühling (Sopran II)
Michael Birgmeier (Tenor)

Orchester:
Cappella Istropolitana, Bratislava

Leitung:
André Gold

Schirmherr:
Erster Bürgermeister der Stadt Burghausen Hans Steindl

Eine ausführlichere Information zum Konzert finden Sie in dieser Pressemitteilung.

Mehr Information zum „Lobgesang“ finden Sie hier.

Karten für die Veranstaltung gibt es ab EUR 15,- hier (Inn-Salzach-Ticket mit den bekannten Vorverkaufsstellen) und an der Abendkasse.

Herzliche Grüße

von den Mitgliedern des
euregio oratorienchors

Euregio-Oratorienchor Altötting wartet heuer mit drei Besonderheiten auf

Artikel in der PNP am 23.03.2017

Die neue Vorstandschaft des Euregio-Oratorienchores: (v.l.) Rudi Maier, Ingrid Kugler, Wolfgang Schneider und Heiner Biermann.

Altötting. „Singen macht Spaß und verbindet Menschen“, unter diesem Motto steht der aktuelle Flyer, den der alte und neue Vorsitzende des Euregio-Oratorienchors, Wolfgang Schneider, bei der Vollversammlung im Altöttinger Gasthof Plankl vorstellte. Weil der Gesamtchor Menschen aus den Regionen Bayern und Oberösterreich zusammenführt, waren auch Vertreter des Euregiochores Mattigtal anwesend.

Der für zwei Jahre neu gewählte Vorstand besteht neben Wolfgang Schneider aus Heiner Biermann (Schatzmeister), Markus Sextl (Sponsorenbeauftragter), Rudi Maier (Öffentlichkeitsarbeit und Homepage) und Ingrid Kugler (Schriftführerin).

Der scheidenden Sprecherin der Altstimmen, Maria Wagner, wurde für ihre Arbeit mit herzlichen Worten und einem Blumenstrauß gedankt. Die neuen Stimmsprecher sind Ulrike Prostmeier im Sopran, Evi Stephanskirchner im Alt, Alex Drygas im Tenor und für die Bässe Werner Stephanskirchner.

Wolfgang Schneider und Dirigent André Gold gaben einen Ausblick auf die Konzerte im laufenden Jahr. Die Planungen für 2017 sehen drei Projekte vor, die wie immer in Gemeinschaft mit dem Euregiochor Mattigtal realisiert werden. Am 25. Juni steht die Sinfonie-Kantate „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy in der Klosterkirche Raitenhaslach auf dem Programm. Der Orchesterpart liegt bei der Cappella Istropolitana Bratislava. Filmmusik nach dem Motto „Classic meets Soundtrack“ in Zusammenarbeit mit dem Orchester der Bad Reichenhaller Philharmonie wird am 29. Juli im Kultur- und Kongresszentrum Altötting gegeben. Ein musikalischer Höhepunkt kommt im November zur Aufführung. Der Euregiochor singt „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms. Auch hier zeigt sich wiederum die grenzüberschreitende Verflechtung des Chores. Das Konzert findet am 19. November in Altötting statt und bereits am Vortag in der Pfarrkirche Mattighofen.

− hib

Gedicht zur Kassenprüfung des eoc von Werner Stephanskirchner

Tintenfass und SchriftBei der Jahreshauptversammlung am 15. März 2017 überraschte uns unser Gründungsmitglied und Bass-Stimmsprecher Werner Stephanskirchner wieder mit einem Gedicht, das er in Bezug auf die Kassenprüfung gereimt hat.

Bayerisch-Österreichische Sprachkenntnisse sind von Vorteil (oder wohl eher zwingend erforderlich)….

Die Kassenprüfung

.

Liebe Mitglieder! Es is so a Gschicht:
Da Kassenprüfungsschlussbericht
der is recht kurz, und is strohtrockn
koa Mitglied hauds do von den Socken
koa Mensch passt auf, wos du do sogst, —…..

<weiterlesen>

Romantische Raritäten

Artikel in der PNP am 11.01.2017

Neuötting. „Herzlichen Dank und – Vergelt’s Gott!“ Welcher Dirigent richtet solche Worte ans Publikum, das gerade ein bewegendes Chor- und Orchesterkonzert nicht eben kleinen Ausmaßes unter seiner Stabführung erleben durfte? André Gold tat so etwas, und dabei hätte es umgekehrt sein sollen: Dank und ein „Vergelt’s Gott“ für 80 Minuten schöner Weihnachtsmusik galten seitens des Publikums den Mitwirkenden in der Stadtpfarrkirche, die alle ihr Bestes gaben: „euregio oratorienchor Altötting e. V.“, „euregio Mattigtal“, Philharmonie Reichenhall und Sopranistin Eva Schinwald.

Eva Schinwald war die Solistin beim „Großen Romantischen Weihnachtskonzert“ unter dem Dirigat von André Gold in der Neuöttinger Stadtpfarrkirche. − Foto: Gärtner

Das ungewöhnliche Programm eines „Großen Romantischen Weihnachts-Konzerts“, das erstmals vier Tage vor Heiligabend in Bad Reichenhall gelaufen war, wurde für die Wiederholung in der gefühlt weniger warmen Kirche um drei Stücke gekürzt – was ihm nicht schlecht bekam. Außerdem wurde ein Programmpunkt – der vielleicht am innigsten und werkgerechtesten des ganzen Frühabends gelungene – nach dem einhelligen Applaus als Zugabe absolviert: „Pueri concinitae“ für Sopran, Chor und Orchester von Johann Ritter von Herbek (1832 bis 1877), einem „echten“, freilich weithin unbekannten Romantiker. Das Gros der zu einem bunten Strauß stimmungsvoller „Blüten“ ausgewählten anderen Komponisten – von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Edgar Elgar, Max Reger, Joseph Marx, Rheinberger, Humperdinck, Saint-Saens und – etwas deplaziert – Pietro Mascagni (mit dem „Intermezzo“ aus der eigentlich am Ostermorgen spielenden Oper „Cavalleria rusticana“) gehörte der Spätromantik an oder ihren Ausläufern. Einen thematischen Leitfaden blieb die Auswahl schuldig. So folgten beispielsweise – aus Josef Gabriel Rheinbergers selten gespieltem Oratorium „Stern von Bethlehem“ – die „Hirten“ auf die „Drei Könige“. Die pittoreske Mixtur entsprach den Anforderungen an die beiden vielbeschäftigten Chöre und folgte mit ihren durchwegs rührseligen tonalen Raritäten dem in Goethes „Faust“ zu findenden Prinzip „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“. Dort heißt es allerdings weiter: „… und geht zufrieden aus dem Haus“.

Engelbert Humperdincks opernhaft anrührender „Abendsegen“ in der so nicht originalen, für Chor und einem „Sandmännchen“-Entree bearbeiteten Fassung, die als Konzert-Schluss passte, ist ja formal etwas Neues. Nichts gegen die zarte, wie schon mehrmals am gleichen Ort zu hören gewesene klug geführte Stimme Eva Schinwalds, und alles für den vom stark geforderten Chor klangschön übernommenen „Hänsel-und-Gretel“-Part, schon gar nichts gegen die insgesamt geschmeidig begleitenden, dabei bescheiden gebliebenen Reichenhaller Philharmoniker und den tüchtigen, versierten Spiritus Rex dieser nachgereichten Christfest-Gabe: Sie war in ihrem Potpourri-Charakter gewöhnungsbedürftig und rief nach Rückkehr zu geschlossenen „Ganzheiten“ wie „Paulus“, „Elias“ oder – im unmittelbaren Bezug auf das zentrale Weihnachtsgeschehen, um das es an diesem Dreikönigs-Abend ging – „Stern von Bethlehem“.

− Hans Gärtner

Einladung zum „Großen Romantischen Weihnachtskonzert“

Zu den Weihnachtskonzerten des

– euregio oratorienchor –

laden wir Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihr Kommen.


plakat-weihnachtskonzert-2016_sh
Dienstag, 20.12.2016 – 19:30 Uhr
(Einlass 18:45 Uhr)
Theater im Kurgastzentrum Bad Reichenhall

Freitag, 06.01.2016 – 18:00 Uhr
(Einlass 17:15 Uhr)
Stadtpfarrkirche Neuötting

Solisten:
Eva Schinwald (Sopran)

Orchester:
Philharmonie Bad Reichenhall

Leitung:
André Gold

Schirmherr:
Landrat Erwin Schneider

Eine ausführlichere Information zum Konzert finden Sie in dieser Pressemitteilung (demnächst).

Mehr Information zum Großen Romantischen Weihnachtskonzert finden Sie hier.

Karten für die beiden Veranstaltungen gibt es hier.

 

Herzliche Grüße

von den Mitgliedern des
euregio oratorienchors

Konzert zum 225. Todestag von W. A. Mozart

 Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihr Kommen.


plakat-mozartrequiem-2016_shSonntag, 04.12.2016 – 17:00 Uhr

Stiftskirche Mattighofen

Ausführende:

  • euregiochor Mattigtal
  • euregio oratorienchor Altötting, e. V.

Solisten:
Eva Schinwald (Sopran)
Sonja Bühling (Alt)
Mario Eckmüller (Tenor)
Alexander Voronov (Bass) 

Projektorchester

Dirigent:
André Gold


Karten
für die einzelnen Veranstaltungen gibt es im

KULTURBÜRO SCHLOSS MATTIGHOFEN
+43-7742-2255-18 oder +43-664-4333601
kultur@mattighofen.at
www.mattighofen.at

Wir freuen sehr darauf, Sie beim Konzert begrüßen zu dürfen.

Herzliche Grüße

Ihre Mitglieder des
euregio oratorienchors

Unser Dirigent André zum diesjährigen Weihnachtskonzert

Mit Weihnachten verbinden wir unsere typischen Weihnachtslieder, die wir in den Kaufhäusern hören oder in den Kirchen singen. Meine Wurzeln liegen in der Kirchenmusik und somit ist für mich natürlich auch eines der musikalischen Höhepunkte des Jahres das „Weihnachtsoratorium“ von J.S. Bach, neben den typischen Kantaten oder anderen kirchlichen Werken. Nach einem Gespräch mit GMD Christian Simonis, in dem ich „romantische Kirchenmusik“ für ein Konzert vorschlug, ermutigte er mich über ein Potpourri nachzudenken, das keineswegs nur kirchenmusikalisch geprägt sein muss.

Diese Idee hat mich so sehr inspiriert, dass ich auf Werke gestoßen bin – unbekannte und bekannte – die man im Weihnachtskonzert sonst nicht hören wird. Darunter Lieder für Sopran und Orchester von dem österreichischen Komponisten Joseph Marx „Hat dich die Liebe berührt“, Robert Stolz „ Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit“ oder das „Ave Maria“ aus der „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni. Daneben sind u.a. auch bekannte  Chor – und Orchesterwerke von Johann Ritter von Herbeck „pueri concinitae“, Peter Cornelius „Die Könige“ oder Engelbert Humperdinck „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ zu hören. Ein Höhepunkt der Orchestermusik wird sicherlich „Nimrod“ aus  „Enigma Variations“ von Edward Elgar sein.

Liebe Musikfreunde, dieses Programm wird sie sicher verzaubern, die Hektik der Weihnachtszeit vergessen lassen und Sie in eine Klangwelt entführen, die Sie sonst nicht im Konzert hören. Freuen Sie sich mit mir auf ein „Romatisches Weihnachtskonzert“

André Philipp Gold

Gedicht zur Chorarbeit des eoc von Werner Stephanskirchner

Tintenfass und SchriftNach dem Sommerkonzert am 12. Juni 2016 überraschte uns unser Gründungsmitglied und Bass-Stimmsprecher Werner Stephanskirchner wieder mit einem Gedicht, das er zur Chorarbeit des Chors gereimt hat.

Bayerisch-Österreichische Sprachkenntnisse sind von Vorteil (oder wohl eher zwingend erforderlich)….

Der euregiochor

.

Euregio-Chor – do wennst ma ned gehst
do wo´st na 2 Stund aufm Podium stehst! –
bis d´Füass dir einschlaffan und s´Kreiz dir obbricht!
Dees Stehn auf der Bühne, dees is fei aa G´schicht!
und dafür host g´übt 12 Wocha und länga,….

<weiterlesen>