Gebeamt in musikalische Welten

Artikel in der PNP vom 03.08. 2017

„Classic meets Soundtracks“: Fulminantes Konzert beim Raiffeisen-Kultursommer

Altötting. “Das Miteinander ist mir das Wichtigste“: So hat Andre Gold seinen persönlichen Hauptaktzent als Dirigent auf den Punkt gebracht. Dass dies auch im Publikum spürbar war, zeigten viele Rückmeldungen: „Sie persönlich konnten uns mitreißen“, meinte beispielsweise eine begeisterte Besucherin des Konzerts „Classic rneets Soundtracks“ im Rahmen des Raiffeisen KultursommerProgramms, bei dem Gold den 60 Stirmmen starken Euregio Oratorienchor und das Orchester der Bad Reichenhaller Philharmonie leitete und die etwa 500 Hörer, locker und humorvoll in ein Film-Rate-Quiz einband.

100 Musiker und ein volles Haus: Der euregio oratorienchor und das Orchester der Bad Reichenhaller Philharmonie musizierten am Samstagabend im Kutteur + Kongress Forum.

Anders als in den vergangenen Jahren, als etwa mit Karl Orffs „Carmina Burana“ historisch berühmte Kompositionen aufgeführt worden waren, widmeten sich die gut 100 Musiker am Samstag unbekannteren zeitgenössischen Filmkomponisten, wie John Williams, dessen Musik jedoch nahezu weltweit aus berührenden Momenten der Filmgeschichte bekannt ist und lebendige Szenen wachruft – vom frechen Optimismus des „Indiana Jones“ –Themas bis hin zu nachdenklichmelancholischen Schwingungen dcr Violinpassagen aus Stevcn Spielbergs Holocaust -Epos „Schindlers Liste“. Letzteren gab Geigensolistin Svetlana Glebova ihre persönliche Note, was wie sie sagt – „technisch unbeschreiblich einfach aus dem Gefühl geflossen sei.

André Gold in Aktion: Es war auch sein Verdienst, dass das Publikum mitgerissen wurde. Fotos: Matheis

Dramatisch-kühl stimmte dagegen „My heart will go on“ aus der Feder von James Horner und Will Jennings, das James Camerons „Titanic“ eine warm-liebende und doch tragisch-eisige“, Gefühlsbandbreite verleiht. Zu hören war in sonniger Leichtigkeit auch „Somewhere over the Rainbow“ aus dem Musicalfilm „Der Zauberer von Oz.

Titel wie Vangelis‘ „Conquest of Paradise“ stimmten bald auf heroische Aufbruchsdynamiken um, welche Ridley Scott für sein
Columbus-Epos „1492′“ einzusetzen wusste. Als Ouvertüre der WM-Boxkämpfe von Henry Maske 1995 ist der Titel derart präsent geblieben, dass das Auditorium im prall gefüllten Kultur + Kongress Forum der Aufforderung Andre Golds folgen und kräftig mitsummen konnte.

Klangmalereien aus dem Soundtrack von „Fluch der Karibik“ führten vom Piano der ruhigen See über die Crescendos der Orkanmomente auf die sprichwörtlich knarzend-durchrüttelnden Spannungshöhepunkte im Fortissimo-
Stakkato der Meeresmalströme, die Captain Sparrow mit seinem Flaggschiff „Blackpearl“ durchqueren musste. Aus diesen Meerestiefen führten die Musiker über Berge und Schluchten aus „Der Herr der Ringe“ und mit dem technisch anspruchsvollen „Harry Potter“-Soundtrack weiter Richtung Hogwarts, bevor – wie Andre Gold scherzte – sich seine Zuhörer mit Stücken aus „Krieg der Sterne“ und „Star Trek“ in klanglich-heroischem Pathos und in Laserschwert-Romantik in feme Galaxien „beamen lassen“ konnten.

– Max Neubauer

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