Gedicht zum Vereinsvorstand des eoc von Werner Stephanskirchner

Der Vorstand

In Deutschland, do gibt’s vui Vereine,
do schaugst bloß moi in Google eine,
dann konnst sechshundertausend zähln,
und schaugst aa bloß auf oan Verein,
dann wern de Zahlen no vui höher:

bei jedem gibts an Vereinsvorsteher,
dann Protokollchef und Kassier,
an Stellvertreter, dann sans scho vier,
de einen Verein dann bildn könna,
dann Mitglieder aa no, dutzendweis,
– und i erzähl eich do nix Neis –
und dees san Männer und aa Fraun
wia do bei uns, ihr brauchts bloß schaun!

Und jeder Verein der hod a Zui,
dees ma mitnanda erreichn wui:
do gibt’s Vereine für Trachten und Schützen,
dee nett san, aber weiters nichts nützn,
dann abertausende im Sport
und dann so weiter und so fort …

und dann Vereine, dee wos auf d´Haxn stelln
und dees guit aa für unsern Verein:
mia ham dee großn klassischen Gsangl
Konzert für Konzert an unserer Angl!

Denkts dro, wos mia scho oiß gsunga ham:
Do kimmt dann scho a Packl zsamm,
und wos mia in Zukunft no singa wern:
i sog, do dro, do denk i gern.
Doch wia funktioniert a geplants Konzert,
damit dees aa am Ende aa wos werd?

Oa Jahr vorher muass fest scho steh,
de Sache A oder B waar schee;
und dann: a Orchester brauch ma do zum Spuin
und ob mir dee oder dee dann woin:

Ham dee do Zeit – wos datns kosten,
und weitere Verhandlungsposten,
do muasst bei 10 Orchester frogn
bis oana fest dir zusogn kon.

A Hauffa Schreibkram, Mails, Telefon
bis unser Vorstand berichtn kon:
Mia kriagn de Philharmonie aus X!

Doch gwonna is damit no nix!
Mia brauchan Solisten mit freiem Termin –
a andere Frog: Wo gehn mia denn hin?
Mia brauchan Plotz fürs ganzn Chor –
s`Orchester dann no broad davor –
und möglichst groß fürs Publikum –
Do treibts an Vorstand ganz schee rum!

A andre Gschicht is s´liebe Geld:
A Finanzierungsplan werd aufgestellt,
und unt´n steht dann in Farbe ROT:
An hauffa Spendn waarn scho not!

Do is´s hoid guad, wenn mit Geschick
da Vorstand – und a bissl Glück –
erreicht, dass jemand uns kafft für ein Konzert!
Do san ma dann 5000 Euro wert!
Und damit, denkt da Vorstand laut,
is dann scho wieder vorgebaut,
dass s`Defizit vom nächstn Singa
uns ned in den Ruin duad bringa!

Auch Ischias hodn ned stoppn kenna,
er konnt´ hoid bloß recht langsam renna,
doch z`Mattighofen is er gwen
und hod dann gsogt: Es war sehr schön!
Und ließ es sich auch gar ned nemma
und ist sogar auf Oidäding kemma,
und is dort bliebn bis ganz zum End`
und klatschte fest in seine Händ! –
I hobs ganz deitlich gsehng von drobn –
Und konnt´ den Chor dann ned gnua lobn!

I kon bloß sogn, meine liabn Leid,
wenns eahm ned gaab, ja, dann waars gfeid!
Dann schaugadn mia sauber aus,
dann waars mit unserm Chor schnei aus!

Doch so geht’s Jahr für Jahr voro,
und dass dees funktionieren ko
do brauchst an Vorstand mit Verstand!
Er nimmt de Sach in seine Hand,
und alle wiss´ ma, dass´ aa passt,
denn ohne Ruh und ohne Rast
fuit da Wolfgang seinen Posten aus,
und dees verdient einen Riesnapplaus!

Werner Stephanskirchner, Oktober – November 2017