Wieder ein Schloß – Wieder ein Erfolg

Artikel in der PNP am 19.07.2016

Bericht zur Veranstaltung des VR meine Raiffeisenbank Kultursommer anlässlich der 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Winhöring und der Aufführung „Carmina Burana“ von Carl Orff.

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Vor edler Kulisse gaben 200 Sänger und Musiker in Winhöring „Carmina Burana“ zum Besten. Am Ende waren sich die meisten Zuschauer einig: Auch das zweite Schloss taugt prächtig für Konzerte. − Fotos: Pichler

Winhöring. Bis zur letzten Minute hatten die Organisatoren gezittert. Doch – „oh fortuna“ – das Wetter zeigte sich gnädig, der Regen zog ab und kurz vor Konzertbeginn gab es am Sonntagabend sogar noch ein paar Sonnenstrahlen für Carl Orffs „Carmina Burana“ im Ehrenhof des Schlosses Frauenbühl. Über 1100 Zuschauer – unter ihnen viel Lokalprominenz aus Politik und Gesellschaft – kamen, um der fulminanten Inszenierung zu lauschen.

Das herrliche Schlossambiente und eine unvergleichliche Akustik taten ihr übriges zum Gesamteindruck bei der diesjährigen Premiere des Raiffeisen-Kultursommers, der am kommenden Wochenende auf dem Tüßlinger Schloss seine Fortsetzung findet.

Mit einem Blick gen Himmel dankte Hausherr Hans Veit Graf zu Toerring-Jettenbach Pfarrer Josef Kurz: „Herr Pfarrer, es hat geholfen. Wie auch immer sie das gemacht haben.“ Erst nach dem Konzert, bei einem Umtrunk, lüftete dieser sein Wettergeheimnis: „Seit Pfingsten beten wir jeden Sonntag beim Feldkirchenbittgang für gutes Wetter am heutigen Tag.“ Und mit einem Schmunzeln fügte Kurz hinzu: „Wenn der Graf noch öfter mitgegangen wäre, hätte er da oben es vielleicht nicht ganz so spannend gemacht und schon ab Mittag die Sonne scheinen lassen.“

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Über eine mögliche Neuauflage sprachen (v.l.) Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach und seine Frau Robinia mit André Gold.

Dabei betonte auch Bürgermeister Hans Daferner: „Nichts ist selbstverständlich. Dass wir in diesem herrlichen Ambiente sein dürfen, dass mit André Gold ein Sohn unserer Gemeinde dieses fulminante Werk dirigiert, dass all die vielen Helfer aus der Gemeindeverwaltung, den Vereinen und viele Ehrenamtliche zum Gelingen beitragen, dass das Wetter passt.“ Im Vorfeld hatte er mehrere schlaflose Nächte verbracht, wie er nach der Veranstaltung verriet: „Es war ja bis zur letzten Minute unsicher, ob wir nicht witterungsbedingt abbrechen müssen.“ Auch Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender des Sponsors VR meine Raiffeisenbank eG, gestand: „Ich hab am Freitag drei Kerzen in der Gnadenkapelle angekündet.“

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Seit Pfingsten hatte Pfarrer Josef Kurz (rechts), hier mit Altbürgermeister Siegfried Marchner, fürs Wetterglück gebetet.

André Golds Interpretation der „Carmina Burana“ fasziniert schon allein aufgrund der Masse an Mitwirkenden: Mit dem Münchner Oratorienchor, dem Euregio Oratorienchor, den Altöttinger Kapellsingknaben und der Mädchenkantorei sowie der Philharmonie Reichenhall sorgten über 200 Sänger und Musiker für ein höchst beeindruckendes Klangerlebnis. Allen voran Sopranistin Susanne Winter und Bariton Peter Schöne. Als Tenor stand Michael Elliscasis auf der Bühne. Am Klavier beeindruckten die Solisten Afrodite Stein-Styliandidou, ebenfalls eine Winhöringerin, und Michael Frohnmeyer. „Und das in einer der wohl schönsten Kulissen des Landkreises“, wie Dirigent André Gold vorab betonte. Schon die ersten Töne zum Auftakt von „O Fortuna“ jagten dem Publikum einen Schauer über den Rücken. „Ich hatte von Anfang an Gänsehaut“, hieß es nach dem Klangerlebnis von allen Seiten. Und: „Schade, dass es schon vorbei ist. Es hätte gerne doppelt so lange dauern dürfen.“

„Carmina Burana“, die Trink- und Liebeslieder aus dem 11. und 12. Jahrhundert berichten von der Wechselhaftigkeit des Glücks, über die Freude am Frühling, bis zur Warnung vor Trunksucht und Völlerei. Am Ende waren alle von der Musik überwältigt. Es gab stehende Ovationen und den Wunsch nach einer baldigen Neuauflage eines Konzertes im wunderbaren Schlosshof.

Passauer Neue Presse
Fotos: Pichler

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